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ARTESANÍAS BIOLÓGICAS
Warum müssen Biologinnen, Biologen und klinische Fachkräfte die Erfahrungen von intersexuellen Personen, Kollektiven und Kulturen anhören und einbeziehen? Wie verändert dieser Dialog das fachliche Wissen der Biologie und die medizinischen Empfehlungen? Welche Auswirkungen hat die Definition der „angemessenen“ Länge einer Vagina und wie weit kann oder soll sie sich sowohl biologisch als auch existenziell anpassen?
Ausgehend von diesen Fragen lädt Artesanías biológicas dazu ein, Biologie und Medizin aus feministischen Epistemologien, den Sozialwissenschaften der Wissenschaft und der korporexualen Vielfalt neu zu denken. Sam Fernández-Garrido schlägt vor, die starren Trennungen zwischen biomedizinischem Expertenwissen und sogenannten „laienhaften“ Kenntnissen aufzulösen und diese Verbindung als eine biolumineszente Praxis zu verstehen, die Einsichten über Gewebe, Hormone und Körper, die klinisch bedeutsam, aber historisch untergeordnet sind, zurückgewinnt.
Das Werk stellt einen wichtigen Beitrag im Bereich der feministischen Biologien dar und regt dazu an, Biologie als eine gastfreundliche „Kontaktzone“ zu betrachten, die von unerwarteten Begegnungen durchzogen ist. Dort, wo diese Begegnungen gefeiert werden, anstatt als Bedrohung wahrgenommen zu werden, entsteht die Möglichkeit, gemeinsam andere Körperarchive zu schaffen. Biolumineszente Archive, die Biologie und Klinik neu gestalten und zugleich die Verbindung von Wissenschaft, Kunst und Aktivismus als gemeinsamen Raum beanspruchen, um eine Vielfalt zu pflegen, die nicht länger entfremdet werden darf.